Pressemitteilung / 02. December 2009

Radikaler Einsatz in Frankfurt

Räumung des Casinos auf dem IG Farben Campus in Frankfurt.

Derzeit wird das besetzte Casino der Uni im Frankfurter Westend mit Polizeigewalt geräumt. Studenten hatten dort Gebäude besetzt, um auf die Miseren im Bildungssystem aufmerksam zu machen. Nun wird dem mit harten Mitteln ein Ende gesetzt. In Frankfurt wird der radikale Einsatz der Polizei zur Räumung der besetzten Uni-Gebäude immer deutlicher. Teilnehmer berichten von Aktivisten, die in Ketten auf dem Boden des Gebäudes festgehalten werden. Zuvor wurde versucht, die Streikenden unter Druck zu setzen, indem im betroffenen Gebäude die Heizungen abgeschaltet wurden. Damit von außen niemand auf die Aktionen aufmerksam werden kann, wurden zusätzlich die Fenster mit Stoffen verdunkelt.

Die Streikenden in Darmstadt, die seit Montag Teile des Darmstädter Schlosses besetzen, solidarisieren sich mit den Streikenden in Frankfurt und verurteilen ein solches Vorgehen. Es kann keine Lösung sein, dass so brutal mit Menschen, die Systemkritik üben und intensiv an Alternativen arbeiten, umgegangen wird. Eine Aktivistin aus Darmstadt fasst die Empfindungen vieler Streikender zusammen: „Gerade die momentane Räumung in Frankfurt wirft ein schlechtes Bild auf die Verantwortlichen. Es ist ein Skandal, dass positive Kritik einfach weggeräumt wird. Räumungen werden viel zu schnell angeordnet. Dazu kommt, dass es keine richtigen Gesprächsangebote gibt. So wird das Gefühl vermittelt, dass unliebsame Kritiker einfach entfernt werden.“

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Wir wollen uns völlig klar darüber sein, dass der Nationalismus ein Laster ist. Wir meinen mit ‚Nationalismus‘, jede übergebührliche Betonung der Nationalität… Der Nationalismus ist ein Laster, weil er sein Augenmerk auf vergleichsweise belanglose Dinge lenkt… und dabei das Wesentliche übersieht, das einfach darin besteht, dass er (jeder Mensch) ein Mensch ist. (…) Was macht es schon aus, dass ich Englisch spreche und jemand anders Deutsch, dass meine Haut weiß ist und die eines Negers schwarz ist, dass ich Jude bin und mein Nachbar anderen Glaubens… Lasst uns denn im Namen der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes diese Unterschiede vergessen, damit wir uns unseres gemeinsamen Menschseins erinnern.
(Victor Gollancz)