News / 20. May 2009 - 16:27 Uhr

Politische Entscheidung skandalös – Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus lässt sich nicht auseinander dividieren

Nachdem am 11. April 2009 mehr als 2500 Bürger_innen dem Aufruf „Keine Neonazis in unserer Stadt“ des Bündnisses für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus folgten, um friedlich ein ausdrucksstarkes Zeichen gegen Rechts zu setzen, wird das Bündnis nun in seinen Rechten beschnitten. Durch eine friedliche Blockade von gut 160 Einzelpersonen sowie das gewaltbereite Verhalten der Neonazis konnte am 11. April 2009 der letzte Aufmarsch von Neonazis in der Lüneburger Innenstadt verhindert werden. Für den 23. Mai planen Neonazis erneut einen Aufmarsch „gegen Polizeigewalt und Behördenwillkür“ durch Lüneburg. Das Bündnis hatte zuvor bereits Aktionen für diesen Tag geplant und sich damit das Erstanmelderrecht gesichert. Anfang dieser Woche hatte die Stadt dem bürgerlichen Bündnis den Bahnhof für die Auftaktkundgebung verboten. Der Begründung folgend ist von Seiten des Bündnisses erneut eine Blockade und damit die Verhinderung der Anreise der Neonazis sowie eine Behinderungen des Marsches zum Stadtteil Neu Hagen (Auftaktkundgebung) zu erwarten. Gestern entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg, entsprechend der Verfügung des Ordnungsamtes Lüneburg, knapp die Hälfte der Route des bürgerlichen Bündnisses zugunsten der Neonazis zu verbieten. Zugestanden wurde dem aus mehr als 60 Organisationen bestehenden Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Schüler_innen, Student_innen und weiteren sozialen Gruppen und Einrichtungen aus Lüneburg und Umgebung lediglich eine Route von einigen hundert Metern.

Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute! Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden vom Fernsehen aufgezogen, in dem Glauben, das wir alle irgendwann einmal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. ...Werden wir aber nicht! Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vor'm Ausrasten.
(Aus: Fightclub)