News / 04. May 2010 - 22:00 Uhr

Hessische Wissenschaftsministerin tadelt rebellischen FH-Präsidenten

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Der Deutsche Hochschulverband (DHV), dem rund 25.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angehören, ruft alle Dozentinnen und Dozenten dazu auf, ihre Lehrveranstaltungen zu verschieben, die am 10. Dezember 2009 stattfinden. Studierende sollen an diesem Tag die Möglichkeit erhalten, im Rahmen des “Bildungsstreiks” ihren Protest gegen die fehlerhafte Umsetzung der Bologna-Reformen gegenüber der Kultusministerkonferenz (KMK) kundzutun.

Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann äußerte sich gestern zur Ankündigung des Präsidenten der Fachhochschule Frankfurt den Hochschulpakt nicht unterschreiben zu wollen. Sie hält dieses Verhalten für “sehr schwer nachvollziehbar”“Mit den Protesten präsentieren die Studierenden der Politik die Quittung für ihr Versagen bei der angeblichen ,Jahrhundertreform'”. Dieselbe Ministerin möchte mit dem “Pakt” mindestens 30 Millionen Euro an den Hessischen Hochschulen einsparen. Diese Kürzungen würden die Hochschulen schwer treffen.

, erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. "Zehn Jahre nach der Bologna-Erklärung ist kein einziges Reformziel erreicht worden. Mit der Einführung eines gestuften Studiensystems sind Hochschulabschlüsse international nicht vergleichbarer, das Studium nicht besser und die Mobilität der Studierenden deutlich schlechter geworden."

Unter der verfehlten Umsetzung der Bologna-Reformen litten Lernende und Lehrende gleichermaßen, betonte Kempen. “Vor diesem Hintergrund”Der Präsident hatte in einem offenen Brief angekündigt, den Hochschulpakt 2011-2015 nicht unterschreiben zu wollen. Dass der Pakt kein Pakt ist, kann man daran erkennen, dass die Ministerin von den Hochschulen erwartet, dass sie den Hochschulpakt in jedem Fall unterschreiben. Dies unterstreicht die Drohung der Ministerin, dass es “keine Grenze nach unten gibt”, so der DHV-Präsident weiter, "müssen Kultusministerkonferenz, Akkreditierungsrat sowie die Hochschulrektorenkonferenz das unwürdige ,Schwarze-Peter-Spiel' auf dem Rücken der Betroffenen beenden, sich endlich der ungeschminkten Wirklichkeit stellen und unverzüglich den überfälligen Kurswechsel einleiten. Die Reform der Bologna-Reform, die der Hochschulverband von Anfang an kritisch begleitet hat, ist ohne Alternative."

wenn der Pakt nicht unterschrieben wird. Da wird man daran erinnert, dass bei der Verhandlung des letzten Pakts ebenfalls eine FH-Präsidentin den Pakt nicht unterschreiben wollte. Der damalige Wissenschaftsminister Corts hat dann einfach einen Erlass mit dem gleichen Inhalt verabschiedet. Es wäre freilich für ihn in vielen Belangen praktischer gewesen, hätte sich die Präsidentin freiwillig dem Diktat unterworfen. Ähnliches könnte auch diesmal bei Nichtunterzeichnung des Pakts durch den FH-Frankfurt-Präsidenten geschehen.

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