News / 13. November 2009

GEW unterstützt Aktionen

Bildungsstreik 2009

In der nächsten Woche sind bundesweite Schüler- und Studierenden-Streiks angekündigt, auch in Baden-Württemberg finden in mehreren Städten Aktionen statt. Am 21. November werden in Stuttgart mehrere tausend Teilnehmer/innen bei einer zentralen Demonstration erwartet. In Freiburg findet am 17.11. eine Demonstration statt.

„Die GEW unterstützt die politischen Ziele der Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden. Wir bitten die Schulen, bei streikenden Schülerinnen und Schülern mit Augenmaß zu reagieren. Alleine der anhaltende Eiertanz der Landesregierung um die neue Werkrealschule zeigt, dass wir offenbar auch unter dem neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus eine Bildungspolitik ohne Zukunftsperspektive erwarten müssen“, sagte am Freitag (13.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

„Wir brauchen Schulen und Hochschulen mit guten Lernbedingungen. Die Streikenden machen mit ihren Aktivitäten der Öffentlichkeit klar, dass in Baden-Württemberg in vollen Klassenzimmern und Hörsälen, mit Halbtagsunterricht oder in schlecht ausgestatteten Ganztagsschulen nicht gut gelernt werden kann“, so Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft begrüßt die Aktionen der Studierenden in fast allen Universitätsstädten in dieser Woche in Baden-Württemberg. „Nach dem Bildungsstreik im Sommer wurde viel versprochen, aber wenig gehalten. Die Studierenden lassen sich zu Recht nicht mit Beruhigungspillen abspeisen. Landesregierung und Wissenschaftsministerium müssen endlich Verbesserungen einleiten. Dazu gehören mehr Angebote und kleinere Lerngruppen sowie die Korrektur der Fehler bei der Einführung den Bachelor- und Master-Abschlüsse“, sagte Moritz.

Ich würde, auf die Gefahr hin, daß sie mich einen Philosophen schelten, der ich nun einmal bin, sagen, daß die Gestalt, in der Mündigkeit sich heute konkretisiert, die ja gar nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, weil sie an allen, aber wirklich an allen Stellen unseres Lebens überhaupt erst herzustellen wäre, daß also die einzige wirkliche Konkretisierung der Mündigkeit darin besteht, daß die paar Menschen, die dazu gesonnen sind, mit aller Energie darauf hinwirken, daß die Erziehung eine Erziehung zum Widerspruch und zum Widerstand ist.
(Adorno, T. W. - Erziehung zur Mündigkeit)