News / 26. October 2011 - 22:00 Uhr

Bildungsministerin Schavan redet Krise einfach weg

Bildnachweis: complize / photocase.com

In der gestern veröffentlichen Studie und Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Hochschul-Informations-System GmbH wird betont, dass es für Bachelorabsolvent*innen keine Probleme gibt, einen Masterplatz zu bekommen oder auf dem Arbeitsmarkt einen Job zu finden.

Salome Adam, fzs-Vorstand dazu: „Diese Schönfärberei ist blanker Hohn für alle, die gar keinen Masterplatz oder aber nicht ihren Wunschplatz bekommen haben. Immerhin betrifft das laut einer Studie des BMBF mehr als 10.000 aller Bachelorabsolvent*innen. Die Zahlen der Studien beziehen sich auf 2009. 2 Jahre später zeigt sich, dass deutlich mehr Studierende keinen Masterplatz bekommen. Diese Zahlen werden auch noch extrem in die Höhe gehen, denn die überbuchten und vollständigen Bachelorstudiengänge kommen erst noch. Daher muss das Studienangebot massiv ausgebaut werden. Gerade die Vielfalt von Zugangsbeschränkungen beschönigt die Masterbewerber*innenzahlen. Personen, denen der Zugang zum Master verwehrt wird, werden bisher von den Statistiken nicht erfasst.“

Für viele Bachelorabsolvent*innen ist der Gang auf den Arbeitsmarkt auch kein einfacher Weg. „Wenn laut der Studie 72 % der Universitätsabsolvent*innen ein Masterstudium beginnen anstatt zu arbeiten, ist der Bachelorabschluss offensichtlich nicht berufsqualifizierend. Es muss am Master als Regelabschluss festgehalten werden. Die dauerhafte Schönfärberei behindert echten Fortschritt in der Studienreform.“, so Erik Marquardt, ebenfalls fzs-Vorstand.

Angesichts der sich verschlimmernden Situation an deutschen Hochschulen, fordert der fzs einen freien Zugang zum Masterstudium, maßgebliche Bildungsinvestitionen und einen Prioritätenverschiebung. Es muss eine Entwicklung zu einem Bildungssystem geben, die Bildung als Menschenrecht und gesellschaftlichen Auftrag begreift.

Diese Newsmeldungen könnten Dich auch interessieren:

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.
(Bonner AStA-Zeitung 66/67)