News / 23. April 2010 - 22:00 Uhr

6000 demonstrieren für bessere Bildung in Bonn und Köln

Die derzeitigen Zustände und Entwicklungen im Bildungssystem sind nicht weiter hinnehmbar! Weltweit sind Umstrukturierungen aller Lebensbereiche nicht mehr gemeinwohlorientiert, sondern den sogenannten Gesetzen des Marktes unterworfen. Seit ein paar Jahren ist auch das Bildungssystem in den Fokus solcher “Reformen” geraten: Bildungsgebühren und die Privatisierung treffen uns alle!

Bei gutem Wetter und guter Stimmung fanden am Donnerstag in Köln und Bonn Demonstrationen statt, die auf das sozial selektive Bildungssystem aufmerksam machen wollen. In Köln waren ca. 4000 und in Bonn ca. 2500 SchülerInnen und Studierende auf der Strasse. In Bonn wurde im Anschluss eine Fernsehshow, in der Ministerpräsident Rüttgers auftrat, blockiert.

„Neueste Untersuchungen zeigen, die soziale Spaltung im Bildungssystem wächst. Wir wollen heute den Finger in die Wunde legen und die Politik so zum umdenken zwingen“, so Jan S. Weber, Bildungspolitikreferent des AStA der Universität Köln. Am Tag zuvor hat das Bundeskabinett ein Stipendienssystem beschlossen, das nach dem Willen der Politik ausschließlich auf dem Leistungsprinzip beruhen soll. „Das ist Inzucht der Eliten. Wer schon hat, dem wird gegeben“ kritisiert Christian Poell vom AStA der Uni Köln.

Ich würde, auf die Gefahr hin, daß sie mich einen Philosophen schelten, der ich nun einmal bin, sagen, daß die Gestalt, in der Mündigkeit sich heute konkretisiert, die ja gar nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, weil sie an allen, aber wirklich an allen Stellen unseres Lebens überhaupt erst herzustellen wäre, daß also die einzige wirkliche Konkretisierung der Mündigkeit darin besteht, daß die paar Menschen, die dazu gesonnen sind, mit aller Energie darauf hinwirken, daß die Erziehung eine Erziehung zum Widerspruch und zum Widerstand ist.
(Adorno, T. W. - Erziehung zur Mündigkeit)

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