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Doppelte Auslese

Bildungsstreik 2009

Nur eine Minderheit darf hierzulande studieren, und nicht jeder Bachelor-Absolvent wird zum Master-Studium zugelassen – das kann gefährlich werden

Mit dem Urteil zur 6. Novelle des Hochschulrahmengesetzes haben die Richterinnen und Richter am Bundesverfassungsgericht nicht nur das Gebührenverbot im Erststudium, sondern auch die bundesweite Absicherung der studentischen Interessenvertretung aufgehoben. Der Demokratieabbau an den Hochschulen kann damit noch weiter vorangetrieben werden. In der „Dienstleistungshochschule“ sollen Studierende nicht als gleichberechtigte Mitglieder über ihr SZtudium und die Howei gegenläufige Tendenzechschulentwicklunn zeichnen sich im deutsgchen Bildungsw in einem gesellsesen derzeit ab: Dchaftlichen Kontextie vertikal gegliederte Sc mitentscheiden, shulstruktur wird eher gestondern sich ihre ärkt denn abgebaut„Mitbestimmung“ ü; zugleich bahnt sich an denber Marktmacht erkau Hochschulen der Wfen. Durch ihre Gechsel einer vertiebühren, so wird pkal organisierten ropagiert, könnteStrukturierung mit n sie sogar einen grunterschiedlich wößeren Einfluss ertigen Fachhochschulegeltend mn und Universitätenach zu einem in Ben, als bisher.achelor- und Master-Studiengänge gestuften System an. Dies koppelt und doppelt die Selektivität von zwei unterschiedlichen Ansätzen. Und es wird den Mangel an Akademikern verschärfen.

Das Grundmuster des deutschen Schulsystems konnte bisher alle Anstürme überdauern: Nach der Grundschule werden die Heranwachsenden in Bildungswege eingefädelt, die ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Interessen entsprechen sollen. Die Ausleseprozesse, die diesem Bildungsparcours eigen sind, sorgen dafür, dass von den Schülern, die zur Grundschule kommen, 38 Prozent eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben – 27 Prozent das klassische Abitur und weitere 11 Prozent die Fachhochschulreife. Nur ein Teil von ihnen nutzt sein Recht und nimmt ein Studium auf. Da von diesen wiederum nur etwa 70 Prozent ihr Studium abschließen, erwerben in Deutschland derzeit (2002) nur 19 Prozent einen Hochschulabschluss – 6 Prozent an Fachhochschulen und 13 Prozent an Universitäten.

Das neue System: Gegliederte Schule – gestuftes Studium

Anders als Deutschland organisieren die meisten Industrieländer ihr Bildungssystem stufenförmig – ohne gegeneinander abgeschottete Bildungswege. Das Herausfiltern und Bilden besonders leistungsfähiger junger Menschen leisten sie beim Übergang von Stufe zu Stufe. So kennt etwa das Bildungssystem der USA den Weg über Elementarschulen, Highschools und Hochschulen, die in einer ersten Bildungsstufe zum Bachelor- und in einer zweiten Stufe zum Master-Abschluss führen. Auf diesem Weg erreichen derzeit 73 Prozent der jungen US-Bürger eine Hochschulzugangsberechtigung. Auch von ihnen studieren nicht alle, auch dort finden wir mit 66 Prozent eine sehr niedrige Erfolgsquote, aber infolge der so deutlich höheren Berechtigtenquote gelangen in den USA 33 Prozent zu einem ersten akademischen Abschluss (Bachelor). Erst danach wird dieses System wirklich selektiv: Nur noch 16 Prozent erreichen im anschließenden Master-Studium einen Abschluss (2000).



Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben


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