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Der Bologna-Prozess: Einrichtung eines gemeinsamen europäischen Bildungsraumes

Hochschulreform Die Studienzeit darf kein Selbstzweck sein, sie muss vielmehr in einem angemessenen Verhältnis zu den Studienzielen und -inhalten stehen. Ein Studienabschluss kann nur den Anspruch erheben, berufsqualifizierend zu sein, wenn er die Grundlage für eine dauerhafte Berufstätigkeit legt. Leitbild muss hierbei das einer nachhaltigen Berufsqualifizierung sein, die auch einen Wandel des Berufsbildes und die Notwendigkeiten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens einbezieht.>Zur Einleitung: Was ist der “Bologna-Prozess”?

Dies gilt auch für die von vielen Hochschulen angebotenen dualen Studiengänge, die neben dem Studium eine berufspraktische Tätigkeit vorsehen. Auch diese dürfen sich nicht am kurzfristigen Qualifizierungsbedarf einer bestimmten Nische des Arbeitsmarktes orientieren, sondern müssen schon in der Konzeptionsphase auch langfristige Entwicklungsmöglichkeiten der AbsolventInnen einbeziehen.

Problemfeld III: Sachzwang vs. Recht auf Bildung

Nach dem Willen der Kultusministerkonferenz soll der Bachelor der Regelabschluss für die Mehrheit der Studierenden sein, da diese dann über einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss verfügen, mit dem sie in die Arbeitswelt übergehen sollen. Der Zugang zum Master als weiterem berufsqualifizierenden Abschluss soll deshalb von besonderen Zulassungsbedingungen abhängig gemacht werden.

Im Norden Italiens< pliegt Bologna, eine Stadt mit etwa 370000 EinwohnerInnen. Das klingt jetzt nach Sonne und Urlaub, aber was hat das mit Hochschulpolitik zu tun? Ein Blick zurück: Am 19. Juni 1999 haben 29 europäische Staaten die sogenannte >“Bologna- Erklärung”Die Berufsqualifizierung durch den Bachelor ist jedoch umstritten, vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen sind in dieser Frage noch sehr skeptisch. Diese stellen aber auch für AkademikerInnen einen großen Teil der potenziellen Arbeitsplätze.

Viele Studierende kritisieren vor allem den geplanten eingeschränkten Zugang zum Mastergrad, der dem Diplomniveau entspricht. Sie befürchten schlechtere Berufschancen und vor allem auch ein geringeres Einkommen, wenn sie gezwungen werden, die Hochschulen mit dem Bachelor zu verlassen.

Bei der tariflichen Eingruppierung der neuen Abschlüsse werden deshalb zukünftig auch die Gewerkschaften gefordert sein, denn letztlich ist die Frage der Entlohnung ein Lackmustest dafür, wie ernst es Politik und Wirtschaft meinen, wenn sie die Einführung von Bachelorstudiengängen forcieren.

unterzeichnet. Die besagte Erklärung vereinbart die Schaffung eines europäischen Hochschulraums. In dem Bewußtsein, dass ein europäischer Hochschulraum eine entscheidende Bedeutung für die Schaffung eines friedvollen und harmonischen Europas darstellt, vereinbaren die UnterzeichnerInnen einige zentrale Komponenten, die eine bessere Kompatibilität und Vergleichbarkeit der europäischen Hochschulsysteme fördern bzw. erreichen sollen, wobei Unterschiede im kulturellen Bereich wie auch zwischen den nationalen Hochschulsystemen respektiert werden sollen. Der geäußerte Wunsch, die genannten Komponenten “within the first decade of the third millenium” umzusetzen, und die Vereinbarung, alle 2 Jahre Nachfolgekonferenzen abzuhalten, macht aus der Erklärung schließlich den Bologna-Prozess. Die erste Nachfolgekonferenz fand 2001 in Prag statt, eine weitere im Herbst 2003 in Berlin und die nächste wird 2005 in Bergen (Norwegen) stattfinden. Mittlerweile nehmen 40 europäische Staaten am Prozess teil. Erklärtes Ziel ist es, den europäischen Hochschulraum bis zum Jahr 2010 umgesetzt zu haben.

Das politische Ziel der Studienzeitverkürzung darf nicht auf Strukturanpassungen reduziert werden, indem die Regelstudienzeiten auf drei Jahre verkürzt werden. Die reale Studienzeit ist weniger von der festgelegten Semesterzahl als viel mehr von der sozialen Lage der Studierenden und guten Betreuungsmöglichkeiten abhängig. Deshalb hat sich auch die Einführung von so genannten Langzeitstudiengebühren nicht bewährt, um die Studienzeiten bis zum erfolgreichen Abschluss nachhaltig zu senken.

Zur Realisierung des europäischen Hochschulraums wurden von Bologna über Prag bis Berlin folgende Ziele und Maßnahmen vereinbart, die auf den nächsten Seiten detaillierter erläutert werden:

  • Einführung eines Studienstruktursystems, das sich im Wesentlichen auf zwei Hauptzyklen stützt (Bachelor und Master)
  • Förderung der Mobilität
  • Einführung eines Leistungspunktesystems (ECTS)
  • Die geplante Einschränkung des Zugangs zum Masterstudium bedeutet eine Einschränkung der Bildungschancen mit katastrophalen Folgen für die jungen Menschen und die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr gut ausgebildete Fachkräfte –Einf¸hrung eines Systems leicht verständlicher Abschlüsse
  • auch an den Hochschulen.
  • Beteiligung von Studierenden und Hochschulen am Prozess

  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich
  • Steigerung der Attraktivität des Europäischen Hochschulraums
  • Förderung des Lebenslangen Lernens
  • Deshalb fordern Studierendenvertretungen deutschlandweit auch eine Einschränkung von Auswahlverfahren und anderen Zulassungsbeschränkungen sowie eine grundsätzliche Wahlfreiheit der Studierenden beim Übergang zum Masterstudium. Desweiteren ist der Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte auszuweiten.
  • Qualitätssicherung durch Akkreditierung

  • Errichtung eines europäischen Forschungsraums

Die Ziele und Maßnahmen haben den Charakter von Zielvereinbarungen, die lediglich Richtungen und Absichten vorgeben. Die tatsächliche Realisierung obliegt im Rahmen der weiten Vorgaben den jeweilis zuständigen Institutionen.

Für den notwendigen Ausbau der Studienplätze müssen hierbei ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Anders ist eine Erhöhung der StudienanfängerInnenquote eines Altersjahrgangs auf den OECD-Durchschnitt von 40% nicht zu erreichen. Dieses Ziel steht auch keinesfalls im Gegensatz zur Beibehaltung des dualen Systems der Berufsausbildung, wie eindrucksvoll das Beispiel Dänemark zeigt. Dort setzen viele AbsolventInnen einer Berufsausbildung ihre Bildungslaufbahn an der Hochschule fort, weshalb Dänemark sowohl über ein duales Berufsausbildungssystem als auch über eine hohe AkademikerInnenquote verfügt.

Neben den ministeriellen Konferenzen existiert eine Reihe kleinerer Arbeitsgruppen, die sich häufiger treffen und den Bologna-Prozess begleiten. Obwohl es in Bologna offiziell noch keine studentische Beteiligung gab, begleiten mittlerweile auch BeobachterInnen von ESIB (The National Unions of Students in Europe –Ambivalent ist die Einbeziehung der Promotion als drittem Zyklus in das gestufte Studiensystem zu bewerten, denn die Promotion weist mit ihrem Charakter als wissenschaftliche Qualifizierung sowohl Merkmale des Studiums als auch eigenständiger wissenschaftlicher Forschung auf. Zwar muss die Betreuung während der Promotion auch durch eine stärkere Strukturierung der Qualifizierungsanteile und die Förderung des Austausches mit anderen WissenschaftlerInnen verbessert werden, gleichzeitig muss aber auch die Forschungstätigkeit der Promovierenden angemessen vergütet werden. Dies muss durch eine angemessene arbeits- und tarifrechtliche Absicherung geschehen.

Problemfeld IV: Durchlässigkeit und soziale Selektivität

Der europäische studentische Dachverband.) den Bologna-Prozess offiziell. Diese Aufgabe nimmt das Bologna Process Committee von ESIB wahr. Auf Bundesebene beteiligen sich seit dem Frühjahr 2004 nun endlich auch VertretenInnen des fzs (freier zusammenschluss von studentInnenschaften – Dachverband der deutschen StudentInnenvertretungen) an eine Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMBF), die den Prozess in Deutschland begleiten.

Eins der wohl zentralsten Probleme des deutschen Bildungssystems war und ist stets die soziale Schieflage desselben sowie seine (Nicht-)Durchlässigkeit gewesen, sowohl zwischen den Bildungsinstitutionen als auch zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung.

Auch deshalb wird der aktuelle Trend zur Einschränkung des Hochschulzugangs durch Auswahlverfahren und zur Beschränkung des Zugangs zum Masterstudium von vielen stark kritisiert.

In den folgenden Zeilen wollen wir versuchen, den Bologna-Prozess in seinen wesentlichen Etappen kurz nachzuzeichnen, um uns in den folgenden Kapiteln mit der Umsetzung seiner Ziele und deren Inhalte zu befassen. Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion des bisherigen Prozessverlaufes.

Die Idee: Die Sorbonne Erklärung

Dies gilt ebenso für den Abbau von Studienplätzen im Rahmen der Qualitätssicherungsdiskussion, durch die das Mißverhältnis von ausfinanzierten Studienplätzen und realen Studierendenzahlen offenkundig geworden ist. Dabei steht die notwendige Berücksichtigung der Ressourcenausstattung als Qualitätsmerkmal außer Frage. Eine zu geringe Mittelausstattung darf aber nicht zur Reduzierung von Studienmöglichkeiten führen, notwendig ist vielmehr eine deutliche Erhöhung der verfügbaren öffentlichen Mittel, um alle vorhandenen Studienplätze auch auszufinanzieren.

Im internationalen Vergleich ist nach Angaben der OECD der Anteil der deutschen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 5,3% für das Jahr 2002 relativ gering. Die Ausgaben liegen deutlich unter denen der Vereinigten Staaten, in denen sie bei 7,2% lagen. In Schweden waren es 6,9%, in der Schweiz 6,2% und in Frankreich 6,1% des BIP.

Wenn wir den Bologna-Prozess nachvollziehen wollen, müssen wir eigentlich noch ein jahr früher beginnen: Anlässlich des 250. Geburtstages der Pariser Sorbonne verabschiedeten die Bildungs-/KultusministerInnen von Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien am 25. Mai 1998 die sogenannte Sorbonne Erklärung (Sorbonne Joint Declaration). In dieser Erklärung wird erstmalig ein gemeinsamer europäischer Bildungsraum gefordert. Denn neben dem Europa der Banken, des Euro und der Wirtschaft solle es auch ein Europa des Wissens geben. Ziel dieses europäischen Bildungsraums soll eine Verbesserung der studentischen internationalen Mobilität in Europa sein, denn nur so könne den wachsenden Anforderungen an Studierende und AkademikerInnen einerseits, aber auch den sich stetig wandelnden Karriere- und Ausbildungswegen andererseits Rechnung getragen werden. Um dieser Forderung gerecht zu werden, spielt man in der Sorbonne Erklärung dann bereits auf einige Maßnahmen an, die letztlich erst in der Bologna-Erklärung als mehr oder minder verpflichtende Absichtserklärungen festgeschrieben werden. Zu nennen wären hier:

  • Bei den OECD-Daten fällt auf, dass der Unterschied auch bei Berücksichtigung der Finanzierungsquelle weiter besteht. Zwar war im Jahr 2002 der Anteil privater Bildungsausgaben in den USA mit 1,9% des BIP deutlich höher als in Deutschland, wo er bei 1,0% lag. Selbst bei den öffentlichen Aufwendungen jedoch ist der Abstand mit 5,3% für die USA zu 4,4% des BIP in Deutschland sehr gross.
  • Problemfeld V: Modularisierung und Studierbarkeit

    die Bildung eines zwei Zyklen umfassenden Ausbildungssystem, das sich in einen undergraduate und einen graduate Bereich trennt. Mit der europaweiten Etablierung eines solchen Systems könnten dann auch die verschiedenen nationalen Bildungssysteme vergleichbarer werden. Eine europaweite Annerkennung der beiden Abschlusssysteme (undergraduate und graduate) und Förderung der Attraktivität des undergraduate-Bereichs durch verschiedene Programme, bspw. multidisTheoretisch bietet eine Modularisieziplinärrung der Studiengänge große Chancene S für eine qualitatitudien, Sprachprograve, was meint: wirklimme, Austauschproch inhaltliche Studienrefogramme, etc.rm, wenn Modularisierung denn mehr bedeutet als die Zusammenfassung studienbegleit

    Implementierung eines Kredit-Punkte-Systems (mindestens mit ECTS vergleichbar)

  • Erhöhung der studentischen Mobilität in Europa

Notwendig ist vielmehr eine inhaltliche Neukonzeption der Lehrveranstaltungen mit einer klaren Orientierung an “Learning Outcomes”Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die Erfolgsaussichten eines solchen Unternehmens natürlich mit der Anzahl der teilnehmenden Nationen steigt. Folgerichtig werden die europäischen Staaten (nicht nur EU-Staaten) ein statt an traditionellen geladen, den Prozess zu unterstützen.“nputs”

Die Bologna Erklärung (The Bologna Joint Declaration)

. Damit muss auch ein Perspektivwechsel von den Arbeitsschwerpunkten der Lehrenden zu den Bedürfnissen der Lernenden verbunden sein. Die einzelne Lehrveranstaltung muss dazu in ein organisatorisch und didaktisch schlüssiges Gesamtkonzept eingebunden sein und geeignete Lehr- und Lernformen nutzen.

Die Realität an vielen Hochschulen wird diesen Ansprüchen jedoch leider nicht gerecht, da die Chance für eine curriculare Neukonzeption im Sinne einer qualitativen Studienreform nicht genutzt, sondern an den hergebrachten Veranstaltungsformen und den traditionellen Studieninhalten festgehalten wird.

Ein gutes Jahr nach der Sorbonne Erklärung wurde am 19. Juni 1999 in Bologna von insgesamt 29 europäischen Staaten die sogenannte Bologna Erklärung verabschiedet. Inhaltlich schließt sie sich der Sorbonne-Erklärung grundsätzlich an. Der wichtige Unterschied ist, dass ein Katalog von sechs Maßnahmen verabschiedet wurde, mit welchen das Ziel des gemeinsamen europäischen Bildungsraums auf den Weg gebracht werden soll. Diese Maßnahmen sollen in allen unterzeichnenden Staaten umgesetzt werden, damit aus Absichtserklärungen auch tatsächlich gemeinsame koordinierte europäische Bildungspolitik werden kann.

Diese Maßnahmen sind im einzelnen:

  1. Damit geht in vielen Fällen eine deutliche Erhöhung der Anzahl und des Umfangs der Prüfungen einher, da fälschlich angenommen wird, dass für jede einzelne Veranstaltung eine eigene Leistung erbracht werden muss, um Kreditpunkte erhalten zu können. In der Folge liegt die reale Arbeitszeit der Studierenden in vielen Fällen deutlich über den in Deutschland veranschlagten 1.800 jährlichen Arbeitsstunden, die wiederum deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 1.500 Stunden liegen, von denen auch das ECTS ausgeht.
  2. Die Einführung eines Systems von leicht zu verstehenden und vergleichbaren Abschlüssen. Unterstützt werden soll dieses System durch die Einführung der Diploma Supplements (siehe Kap. 5). Ziele dieser Maßnahmen sind einerseits die Förderung der Einstellungsmöglichkeiten von europäischen BürgerInnen und andererseits die Stärkung internationaler Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen europäischen Bildungssysteme.

  3. Es scheint daher dringend geboten, die auf europäischer Ebene geforderte Orientierung an “Outcomes” und an einem angemessenen studentischen “Workload” endlich umzusetzen und die in der Modularisierung liegenden Chancen zu nutzen. Dabei muss grundsätzlich gelten, dass ein Modul auch im Regelfall mit einer Prüfung abschließbar sein muss und an die Stelle der Semesterwochenstunden die studentische Arbeitszeit tritt.
  4. Die vielfach zu beobachtende Einführung von Anwesenheitspflichten ist dabei für eine “Outcome”- und "Workload"Die Einführung eines Bildungssystems, welches im wesentlichen aus zwei Zyklen besteht (vgl. Sorbonne-Erklärung), einem undergraduate und einem graduate Teil. Der Zugang zu dem graduate Bereich soll den erfolgreichen Abschluss des ersten Zyklus, also des undergraduate Bereichs voraussetzen. Der undergraduate Bereich soll mindestens drei Jahre dauern und grundsätzlich berufsqualifizierend sein. Der graduate-Bereich soll darauf aufbauend zum Masterabschluss oder zur Promotion führen. Man könnte also den letzten Abschnitt also auch einfach damit übersetzen, dass in allen unterzeichnenden Staaten ein Abschlusssystem eingeführt werden soll, das als ersten grundständigen Abschluss einen wenigstens dreijährigen Bachelor vorsieht an dem sich dann der Master als eher wissenschaftlich orientierter Abschluss anschließt.

  5. Orientierung keinesfalls notwendig, sondern in vielen Fällen sogar dem Lernerfolg abträglich, denn die reine Anwesenheit sichert keineswegs den Erwerb von Wissen und Kompetenzen. Dazu sind vielmehr ein konsistentes didaktisches Konzept und die Nutzung adäquater Lehr
  6. und Lernformen nötig, wozu auch Projekte und das Selbststudium gehören müssen.

    Problemfeld VI: Qualitätssicherung

    Die Einführung eines Kreditpunktesystems, wie z.B. ECTS, um studentische Mobilität zu fördern und zu erhöhen. Zudem sollten Kreditpunktsysteme auch in nichthochschulbezogener Aus- und Weiterbildung implementiert werden. Also bspw. auf diejenigen Weiterbildungsbereiche die sich mit dem Schlagwort Lebenslanges Lernen beschreiben lassen.

  7. Im Bereich der Qualitätssicherung setzt die Kultusministerkonferenz stark auf das Instrument der Akkreditierung, das zunehmend das schon seit Anfang der 1990er Jahre genutzte Konzept der Evaluation in den Hintergrund drängt.
  8. Förderung der Mobilität durch Überwindung der Hindernisse, die der Freizügigkeit in der Praxis im Wegen stehen, insbesondere für Studierende durch Zugang zu StDabei überprüftudien- und Ausbi die Akkredldungsangeboten uitierung idealntypisch zu einem bestimmten Zeitpd zu entsprechenden Diensunkt die Erfüllung besttleistungen für Lehimmter festgelegterrerInnen, Wissens chaftlerInnen Qualitätsstandardund Verwaltungspersons und -kriterial: Anerkennunen, während die Eg und Anrechnung von Ausvaluation in einem landsaufenthaltelängeren Prozess kon zu Forschungntinuierlicher Verbessers-, Lehr- oder Ausbung zur Qualitätsentildungszweckewicklung an denn; unbeschadet Hochschulen beitrder gesetzlichagen will.en Rechte dies

<>Förderung von gemeinsamer europäischer Qualitätssicherung im Hinblick auf die Entwicklung von gemeinsamen vergleichbaren Methoden und Kriterien.
  • Der Gegenstand der beiden Instrumente ist dabei zweitrangig. Sowohl die Evaluation als auch die Akkreditierung kann auf Studiengänge (Programme), Hochschulen (Institutionen) oder das Qualitätsmanagementkonzept (Prozesse) angewandt werden.
  • Förderung der notwendigen europäischen Aspekte und Dimensionen höherer Bildung, besonders im Hinblick auf Studienordnungsentwicklung, Zusammenarbeit von an höherer Bildung beteiligten Institutionen sowie Mobilitäts- und Austauschprogramme für Studierende, Lernende und Lehrende.

    Die erste Folgekonferenz: Das Prager Communique

    Die Kultusministerkonferenz hat sich im Jahr 1999 für die Programmakkreditierung entschieden, um so sicherzustellen, dass jeder einzelne der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge den politischen Rahmenvorgaben entspricht und eine gute Qualität der Lehre bietet. Bis zum Sommersemester 2006 wurden so denn auch bereits 624 von 2.737 Bachelor- und 616 von 1.786 Masterstudiengängen akkreditiert.

    Die Etablierung eines neuen Qualitätssicherungssystems braucht notwendigerweise eine gewisse Umstellungszeit, die im Interesse des Reformerfolgs auch notwendig ist. Denn die Akkreditierung soll nicht die Durchsetzung der gestuften Studienstruktur voran treiben, sondern eine höhe Qualität von Studium und Lehre ermöglichen.

    Etwa zwei Jahre nach der Unterzeichnung der Bologna Erklärung kamen 32 europäische Bildungs-/KultusministerInnen in Prag zusammen, um den Stand der Dinge im Prozess zur Etablierung des europäischen Bildungsraums zu referieren und eine erste Bilanz zu ziehen. Die MinisterInnen wählten bewusst Prag aus, um dadurch zu symbolisieren, dass dieser Prozess nicht nur auf die EU-Mitgliedsstaaten beschränkt sein soll. Das Kommunique, welches aus diesem Treffen hervorging, brachte im Vergleich zur Bologna Erklärung wenig Neuerungen. Die alten Ziele und Maflnahmen wurden bestätigt und ihre Wichtigkeit erneut betont. Es gab allerdings auch einige Ergänzungen und Konkretisierungen zur Bologna Erklärungen, die im folgendem wiedergegeben werden sollen:

    Mit der Einführung der Akkreditierung sollte die bisher praktizierte ministerielle Detailsteuerung mit sehr kleinteiligen Rahmenprüfungsordnungen eingeschränkt und den Hochschulen ein größerer Spielraum zur Entwicklung innovativer Studienkonzepte eingeräumt werden. Diese Zielsetzung wurde auch von vielen Studierendenvertretungen als Beitrag zur Stärkung der Hochschulautonomie und als Erweiterung der Beteiligungsmöglichkeiten für die VertreterInnen der Berufspraxis, also für die VertreterInnen der ArbeitgeberInnen und der ArbeitnehmerInnen, an den Studienreformprozessen unterstützt.

    In der Praxis haben sich aber in den Akkreditierungsagenturen sehr konkrete Vorstellungen von einem guten Studium herausgebildet, die allerdings unterschiedlich durchgesetzt werden. Während einige Agenturen zumindest implizit eine Orientierung am fachlichen Mainstream voraussetzen, haben andere sehr konkrete fachliche Standards entwickelt, die in ihrem Detailiertheitsgrad noch über die alten Rahmenprüfungsordnungen hinaus gehen.

    Der gemeinsame europäische Hochschulraum soll bis zum Jahr 2010 durch die in der Bologna-Erklärung vorgesehenen Maßnahmen etabliert werden. Zukünftig sollen auch die Studierenden, vertreten durch ihre verfassten Vertretungen und deren nationale (fzs in Deutschland) und internationale Dachverbände (ESIB the National Unions of Students in Europe), in die Gestaltung und Umsetzung des Bologna-Prozesses miteinbezogen werden. Der Status der Studierenden entspricht hier aber lediglich einer beratenden Funktion. [Diese Neuerung ist wohl im wesentlichen auf die Kritik der Studierenden zurückzuführen.] Auf Forderung der Studierenden sollen zukünftig auch soziale Aspekte bei der Umsetzung stärker berücksichtigt werden. Im europäischen Bildungsraum bzw. im Europa des Wissens soll lebenslanges Lernen eine wichtige Stellung erhalten. Dies sei im Zuge der Konfrontation mit neuen Technologien, Wettbewerbsfähigkeit und Chancengleichheit unumgänglich. Der Bologna Prozess soll sich folglich auch mit diesem Thema beschäftigen.

    Abschließend einigte man sich darauf, die Zusammenarbeit fortzusetzen und weiter auszubauen. Staaten, die sich bis dato noch nicht beteiligt haben sind eingeladen sich anzuschließen. Um das Gelingen des Prozesses zu unterstützen wurden regelmäßige Folgetreffen vereinbart, auf denen Beide Methodenüber den Stand der Ums schränken den Handlungssetzung diskutiertpielraum der Hochschulen ein und h werden soll.emmen innova noch in fachlichen Nischen entstehen können. Zwar sind auch fachliche Rahmensetzungen notwendig, um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse und die Möglichkeit zum Studienortwechsel zu sichern, dieser Rahmen muss aber in einem transparenten Prozess unter Einbeziehung aller Interessengruppen, vor allem der Wissenschaft und der Studierenden, aber auch der Berufspraxis, geschehen. Dies kan

    Buchtipp

    Denkanstöße zum Bologna-Prozess (Jahrbuch Hochschule gestalten), herausgegeben von Frauke Gützkow und Gunter Quaißer, ISBN 3-937026-41-X.

    In den letzten Jahren hat die Hochschulpolitik angestoßen durch den Bologna-Prozess eine ungeahnte Dynamik entwickelt. Das Buch liefert handfeste Informationen zum Stand der Umsetzung, aber auch eine kritische Reflexion des Prozesses im internationalen Vergleich.

    Lizenz

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    Quelle: www.studis-online.de

    Über den Autor

    Vom 19-21. September 2003 fand in Berlin das bislang letzte MinisterInnentreffen statt. Auch hier wurden im Wesentlichen die Ziele der Vorjahre bestätigt und ein positiver Gesamttrend aussgemacht. Insbesonders in puncto Qualitätssicherung und Einführung gestufter Studiengänge habe sich viel bewegt. Die MinisterInnen erkannten die Rolle der Studierenden, der Hochschulen und anderer beteiligter Gruppen (bspw. zur Akkreditierung) an und betonten die Wichtigkeit der Beteiligungen dieser Gruppen am Prozess. Das Berliner Communique wurde von 40 europäischen Staaten unterzeichnet. Die sozialen Aspekte wurden zwar erneut betont, allerdings fehlt im Berliner Communique ausdrückliche Maßnahmen, diese auch tatsächlich sicher zu stellen. In den folgenden Zeilen sollen die einzelnen (inzwischen zehn) Ziele kurz beleuchtet werden und neue Entwicklungen aufgezeigt werden.

    1. Jens Wernicke, 28, studiert an der Bauhaus-Universität Weimar Medien- und Kulturwissenschaften. Er ist Studienstipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und war zuletzt im Vorstand des freien zusammenschlusses von studentInnenschaften sowie als Sprecher des Landesausschusses der Studentinnen und Studenten (LASS) in der GEW Thüringen tätig.
    2. Qualitätssicherung: Die Weiterentwicklung Qualitätssicherung soll auf institutioneller, nationaler und europäischer Ebene fortgeführt werden. Dabei sollen die Hochschulen letztlich in der Verantwortung für die Qualitätsicherung der Bildung bleiben, jedoch sollen sowohl auf nationaler wie auf europäischer Ebene gemeinsame Standards und Methoden für die an der Qualitätssicherung beteiligten Institutionen (etwa Akkreditierungsagenturen) erarbeitet werden.
  • Einführung eine Studienstrukutrsystems, das sich im Wesentlichen auf zwei Hauptzyklen stützt (Bachelor/Master): Die MinisterInnen verpflichten sich bis 2005 mit der Einführung des zweistufigen Systems begonnen zu haben (gilt für die einzelnen Staaten, noch nicht für alle Studiengänge) und die Akzeptanz der neuen Studiengänge an den Hochschulen zu fördern. Zudem sollen vergleichbare Rahmen für die Abschlusssysteme sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene geschaffen werden. Die Abschlüsse des ersten Zyklusses (BA) sollen weiterhin die Voraussetzung zum Besuch des zweiten Zyklusses (MA) sein. Der Abschluss des zweiten Zyklus befähigt zur Promotion.
  • Förderung der Mobilität: Die MinisterInnen betonen erneut die immense Wichtigkeit dieses Punktes für das Funktionieren eines europäischen Hochschulraums und wollen die Möglichkeit schaffen, nationale Darlehens- und Beihilfesysteme komplikationslos ins Ausland mitnehmen zu können.
  • Einführung eines Leistungspunktsystems: Die flächendeckende Einführung von ECTS habe sich bewährt und soll weiter fortgeführt werden.
  • Einführung eines Systems leicht verständlicher Abschlüsse: Die MinisterInnen geben das Ziel vor, dass alle Studierenden, die ab 2005 ihr Studium abschließen, das Diploma Supplement automatisch und gebührenfrei erhalten sollen. Dies soll dann auch in einer weit verbreiteten europäischen Sprache verfasst sein. Überdies appellieren sie an die Hochschulen, die Potentiale des Diploma Supplement voll auszuschöpfen.
  • Beteiligung der Hochschulen und der Studierenden: Die MinisterInnen erkennen die Wichtigkeit der Beteilgung der Studierenden und der Hochschulen am Prozess. Dies soll auch in der Folge weiter gestärkt werden. Sie fordern die Hochschulen auf, einerseits die im Prozess angestoßenen Reformen umzusetzen und andererseits die Mitbestimmung der Studierenden vor Ort zu garantieren bzw. auszubauen.
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich: Die MinisterInnen stellen fest, dass derzeit Module, Studiengänge und Lehrpläne mit europäischem Bezug entwickelt würden. Zudem unterstreichen sie die Notwendigkeit durch gemeinsame Studienprogramme einen erheblichen Teil des Studiums im Ausland zu ermöglichen, sowie ein ausreichendes Angebot zum Fremdsprachenerwerb sicherzustellen.
  • Steigerung der Attraktivität des Europäischen Hochschulraums: Die MinisterInnen sind sich einig, dass die Attraktivität des europäischen Hochschulwesens gesteigert werden muss und bekräftigen ihre Bereitschaft, Förderprogramme für Studierende aus Drittländern weiter zu entwickeln.
  • Lebenslanges Lernen: Die Möglichkeiten zum Lebenslanges Lernen soll gerade an Hochschulen ermöglicht werden. Die Hochschulen sind angehalten bei der Erstellung geeignter Konzepte ECTS mit zu berücksichtigen.
  • Europäischer Forschungsraum: Die Promitionsphase soll, quasi als dritter Studeinzyklus, in den Bologna-Prozess mit aufgenommen werden. Auch für diese Phase sollen Mobilitätshindernisse abgebaut werden und langfristig neben dem europäischen Hochschul- auch ein europäischer Forschungsraum entstehen.
  • Weiteres: Zur Konferenz in Bergen soll eine detaillierte Betsandsaufnahme erarbeitet werden. Dies gelte besonders für die Ziele der Qualitätssicherung, des zweistufigen Studiensystems, sowie der Anerkennung der Studienabschlüsse und Abschnitte.



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